Aufruf zum Protest gegen PEGIDA in Nürnberg und Michael Weiß zur „Sarrazinisierung des Pop-Diskurses“

Unter dem Titel „Die Sarrazinisierung des Pop-Diskurses“ hat Regensburg Digital den Vortrag von Michael Weiß über Rechte Lebenswelten in Deutschrock, Punk, Oi! und Hardcore zusammengefasst, der auch schon bei uns zu Gast war. Lesetipp!

Zu den Bewertungskriterien im Rahmen des Konzepts der rechten Lebenswelten rechnet Weiss unter anderem:

– Ungleichheitsideologien unterschiedlicher Art,

– die Reduktion bzw. Privatisierung des Politischen („Wir sind unpolitisch.“),

– die Naturalisierung bzw. Biologisierung des Sozialen („Männer können nichts für ihr Verhalten; das ist das Testosteron.“),

– ein bizarres Verständnis von Meinungsfreiheit durch das Kritik an der eigenen Meinung als Meinungsverbot und Repression ausgelegt wird,
gleichzeitiger Größen- und Verfolgungswahn („Wir sind eine starke und verschworene Gemeinschaft und zugleich arme, unterdrückte Opfer des linken Mainstreams.“),

– die Ablehnung von political correctness, „Gutmenschen“ und „Tugendterror“,
Inszenierungen von Männlichkeit, Rebellentum, Ehre und Stolz.

Vieles von diesem Denken findet sich auch bei den PEGIDA-Demonstrierenden, gegen die Nürnberg im Januar an zwei Terminen auf die Straße gehen wird:

gegenpegida

Aufruf zum Protest gegen PEGIDA in Nürnberg

Unter dem Motto „Alle gegen Rassismus und soziale Spaltung – Internationale Solidarität statt Pegida!“ wird es am 12.1. eine Kundgebung und am 19.1. eine Demonstration geben, beides am Kornmarkt, beides um 17:30 Uhr, beides unterstützen wir voll und ganz!

Seit November 2014 demonstrieren in Dresden und anderen deutschen Städten unter dem Schlagwort PEGIDA (Patriotische Europäer Gegen die Islamisierung des Abendlandes) mehrere tausend Rassist_innen und verbreiten anti-muslimische Hetze. Zeitgleich brennen die ersten geplanten Asylunterkünfte, wie erst Mitte Dezember in Erlangen und Vorra (Nürnberger Land). Während CDU- und CSU- Politiker_innen behaupten, sich von den Zielen des rechten Mobs zu distanzieren, möchten sie die „Sorgen der Bürger“ ernst nehmen. In Sachsen nimmt die CDU-Führung den Spielball jetzt schon bereitwillig auf und kündigt eine Untersuchung der Asyl- und Zuwanderungspolitik an. Die bayerische CSU plant, „strengere Regeln für Asylbewerber“ anzuwenden. In der populären Anti-Pegida-Stimmung dürfen solche weiteren Verschärfungen des Asylrechts nicht unkommentiert bleiben!
Wer gegen Pegida ist, muss auch den Rassismus von Politik, Staat und gesellschaftlicher Mitte bekämpfen.Wir planen, bevor sich Pegida oder andere auch in Nürnberg breit machen, diesen rassistischen Spaltungsversuchen unsere internationale Solidarität entgegen zu setzen und rufen alle AntirassistInnen und AntifaschistInnen dazu auf für unser Aller Interessen auf die Straße zu gehen. Erteilen wir ihnen eine klare Ansage: wir lassen uns nicht aufeinander hetzen! Wir lassen uns nicht vormachen, dass der Verteilungskampf zwischen Frau Müller und Herrn Said ausgetragen wird. Zeigen wir, dass wir nicht auf die plumpen Spaltungsversuche hereinfallen. Kämpfen wir für eine Gesellschaft ohne Rassismus, Ausbeutung und Unterdrückung. Kämpfen wir für die Soziale Revolution!

PEGIDAwatch

Wer zu diesem Thema am Laufenden bleiben will, der oder dem sei PEGIDAwatch empfohlen, die auf Facebook und Twitter aktuelle Entwicklungen, einen Pressespiegel und Termine für Proteste und Gegenproteste zusammentragen.

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